Geschichte des Nagellacks

 

 

Mit dem Aufkommen von immer gründlicheren Hygienemaßnahmen,

medizinischen Entdeckungen und Wissenserweiterungen im

19. Jahrhundert begannen Frauen und Männer ihre Hände noch

deutlicher zu pflegen und auch auf ihre Nägel zu achten.

 

So wurden die eigenen Hände, wie auch der weiße Puder zur der Zeit

für das Bürgertum ein weiteres Standesmerkmal, das das

Bürgertum von gewöhnlichem Pöbel unterschied.

 

1830 setzte der europäische Arzt Dr. Sitts einen neuen Trend in die Welt.

Er entwickelte ein Holzstäbchen, mit dem er die Hornhaut

zurückschieben konnte. Feilen gab es auch schon.

Das brachte die Idee der Maniküre noch weiter.

 

Um 1900 herum sprossen dann etliche Maniküre - Salons quer durch die

USA und dann auch durch Europa aus dem Boden. 1917 kamen die

ersten richtigen Maniküre - Sets für die Heimanwendung auf den Markt.

 

 

Das erste Patent für einen Nagellack meldete schließlich 1914 eine

Frau namens Anna Kindred in North Dakota an. Hierbei handelte es

sich aber nur um einen Fingernagelschutz, eine Lackart, die den

Nagel vor Verfärbungen durch Chemikalien schützen sollte.

 

Zu ihrer Zeit eine wirklich gute Idee, denn den Geschirrspüler gab

es z.B. noch nicht und Wasch- wie Reinigungsmittel bestanden aus

hartnäckigen Chemikalien, die Nägel und Hände besonders

von Arbeiterinnen stark beanspruchten.

 

 

Der erste Nagellack, wie man ihn heute kennt, war rosarot und wurde nur

auf der Mitte der Fingerkuppe aufgetragen. Nagelrand wie die Nagelspitze

blieben vorerst unlackiert. Zu Beginn des Nagellack-Trends war es ein Tabu,

sich die Nägel grell oder mit kräftigem Farbton anzumalen.

 

1934 hat dann erneut eine Frau namens Anna Hamburg aus Kalifornien

eine künstliche Nagelfarbe patentieren lassen, die sich leicht auftragen

und wieder entfernen ließ, ohne den Nagel zu verletzen oder zu beschädigen.

Im gleichen Jahr ließ der Zahnarzt Maxwell Lappe seine Erfindung

der künstlichen Nägel – die „Nu Nails“ patentieren. Heute sind alle möglichen natürlichenwie künstlichen Farben auf dem Markt. Lackiert wird mit Pinsel oder Airbrushpistole, klassisch bis kunstvoll, mit Strasssteinen, Aufklebern,

Federn und sogar mit Einsatz von Goldkettchen.

 

Es gibt nichts, was es nicht gibt.

 

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